Der Petticoat

Der Petticoat verhilft seit über vierhundert Jahren Frauen zu einer wundervoll formvollendeten Silhouette. Er kaschiert und betont die richtigen Stellen. Zu Beginn wurde der Petticoat noch als regelrecht stützende Unterbekleidung gebraucht, doch mittlerweile gehört es zu den Klassikern der Mode und strahlt außerordentlichen Retro-Charme aus.

Herkunft des Petticoats

Der Name Petticoat setzt sich aus dem französischen „petit“ für klein und dem englischen Wort „coat“ für Mantel zusammen.
Der Petticoat wurde bereits im 16. Jahrhundert als spezielles Unterkleid von Nachtgewändern, Kleidern und Röcken, Miedern und Korsetts oder Saris getragen. Somit ist er eng mit der modischen Entwicklung der Unterwäsche verknüpft und dient seit 1585 als formgebendes und stützendes Kleidungsstück.

Um für mehr Wärme zu sorgen, wird der aus Wolle und Seide gefertigte Petticoat im 18. Jahrhundert zusätzlich gesteppt. Ungefähr 1840 wird er von der Krinoline abgelöst und erst wieder im Jahre 1947 zum Leben erweckt. Christian Diors New Look, die so genannte Blütenkelchlinie besticht durch runde Hüften und schmaler Taille und beherrscht die modische Silhouette.
Rock’n’Roll sei Dank blieben die Petticoats während den 50er Jahren extrem populär sowie auch in der anschließenden Twist-Phase. Erst mit Aufkommen der Minirock-Mode ab 1966 verschwand der Petticoat von der Bildfläche.

Charakteristika

Die formvollendete Silhouette, die Betonung der Kurven und die schmale Taille machen den Petticoat so beliebt. Er versprüht romantisches Flair, ein wenig rockigen Rebellen-Charme, verspielte Weiblichkeit und steht für das Lebensgefühl der 50er Jahre.

Der Petticoat besteht aus zwei Teilen. Auf Höhe der Hüfte, dem so genannten Sattel handelt es sich um eine schmale Stoffstufe, an die sich mehrere Stofflagen in unterschiedlicher Länge anschließen.
Ob unter der Kleidung sichtbar hervor blinzelnd oder auch klassisch als stützender und formender Unterrock, in ausgefallenen Mustern, Längen und Farben, der Petticoat steht für den nostalgischen Retro-Chic und sollte selbstbewusst getragen werden.

Materialien und Farben

Bei den verschiedenen Materialien, aus denen der Petticoat gefertigt wird handelt es sich vorwiegend um Perlon oder Nylon. Um die typische bauschige Form entstehen zu lassen kommt allerdings auch Tüll zum Einsatz.
Petticoats gibt es in unzähligen Farben, in verschiedenen Längen, mit unterschiedlich vielen Stufen oder Spitze am Saum.
Bei der Pflege des Petticoats sei zu beachten, sich nach Material zu richten. Beispielsweise Nylon, darf nicht zu heiß gewaschen werden und sollte auch nicht in der Sonne trocken. Zur Aufbewahrung dient ein Bügel oder Beutel.

Heutzutage wird der Petticoat

  • von Tanzmariechen unter den Garderöcken
  • in der Rockabilly- und Western-Szene
  • als Tanzbekleidung beim Square Dance
  • aber auch als Brautkleid oder Faschingskostüm getragen.

Sogenannte „Pettipants“ werden meist in Form von rüschenverzierten Spitzenhöschen unter dem Petticoat getragen.

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